[1] Zitat mit freundlicher Genehmigung von Christiane Weber, www.weber-beckmann.de.
1. Mach die Augen zu
Ich kann mich noch genau erinnern: Mein Mitkomponist Maxi Milian, mein Textdichter Tobias Reitz und ich saßen im Studio und uns wollte einfach nichts einfallen. Manchmal kann so was passieren. Das sind Momente, die einen im Studio fast zum Verzweifeln bringen. Um uns abzulenken, hörten wir einfach andere Musik und schlossen dabei die Augen. Wie aus heiterem Himmel fiel uns diese Melodie ein und ich sagte „Wir nennen den Song: ‚Mach die Augen zu’, meinte das aber eigentlich eher als Spaß wegen unseres schläfrigen Zustands. Aber mein Textdichter Tobi nahm die Zeile tatsächlich als Songtitel ernst und schrieb darauf den Text. Ich mochte die Idee sofort. Was tun, wenn eine Beziehung plötzlich ihre Träume verliert? In „Mach die Augen zu“ geht es um Liebe, die stark genug ist um diese Träume wieder zu wecken.
2. Einmal nur mit ihr
Tobi und ich saßen in einem Cafe und erzählten uns ’ne Menge Geschichten aus dem Leben und da fiel mir eine ganz Besondere ein.
Ich wohnte mal gegenüber von einem Mädchen, das so unglaublich schön Geige spielte, dass ich das Gefühl hatte, jeder einzelne Ton, den sie spielte, erzählte mir eine Geschichte von ihr. Stundenlang hab ich ihr zugehört und mich irgendwie verliebt, auch wenn ich ihr leider niemals wirklich nah gekommen bin. Tobi suchte sich einfach eines unserer Demos und schrieb diese Geschichte auf diesen Song. Davon war ich so inspiriert, dass ich diesen Song so vollenden konnte wie er jetzt zu hören ist.
3. Du hast noch immer Sterne in den Augen
Ideen für Lieder können einem an den unterschiedlichsten Orten einfallen. Ich saß einmal beim Friseur und las, die Kopfhaut mit Chemikalien durchtränkt, Klatschblätter. Ehrlich gesagt lese ich die da immer besonders gern, und in diesem Moment, wo ich diese Zeilen hier schriebe, muss ich auch ein wenig darüber lachen. Wie auch immer: Mich fesselte eine Geschichte von einem Pärchen, das sich nach vielen Jahren Beziehung immer noch begehrt wie am allerersten Tag. Was kann wohl mehr für Glück stehen als dieses Gefühl!
Als ich nach Hause fuhr, überlegte ich, wie man dieses Gefühl wohl am besten ausdrücken kann. Und da fiel mir die Zeile „Du hast noch immer Sterne in den Augen ein“. Die Melodie war auch bald gefunden und daraus entstand dieser Tanzsong, der jetzt auch meine aktuelle Single ist.
4. Kein Wort bricht das Schweigen
Das ist so ein Song, der aus einem rausfließt ohne dass man sich dagegen wehren kann. Ich selber war auch schon in einer solchen Situation. Da glaubt man eine Frau jahrelang zu kennen und teilt einfach jeden Gedanken in Freundschaft mit ihr. Bis zu dem Moment wo alles anders zu sein scheint. Wo ein einziger Blick, eine einziges Wort plötzlich alles verändern. Ist es Sex oder Liebe? Es fühlt sich so vertraut an und so nah und dennoch fehlen einem die Worte. Vielleicht genau deswegen, weil ohne Worte die ganze Zeit schon klar war, was sich in diesem Moment bestätigt: Es ist Liebe.
5. Schenk deinen Träumen wieder Flügel
Der Song fiel mir ein, als ich auf dem Weg nach Österreich war. Mit Blick auf die wunderschönen Berge sang ich diese Melodie erst in Form einer Ballade auf mein Diktiergerät. Aber je öfter ich den Song hörte, umso mehr empfand ich ihn als zu langsam und schließlich versahen wir ihn mit einem tanzbaren Beat. Ich erinnere mich immer wieder an diese Autofahrt. An diesem Tag hatte ich einfach gute Laune und war voller überschäumender Hoffnung. Diese kommt in „Schenk deinen Träumen wieder Flügel“ auch total zum Tragen, denn es lohnt sich nicht aus Angst und Vorsicht die schönen Dinge des Lebens zu verpassen. Eine Niederlage und Enttäuschung sind gleichermaßen auch ein Neuanfang und wenn hinter alledem der Mut steht daran zu wachsen und neu zu träumen, wird man das große Glück finden. Nichts kann Dich umwerfen, wenn Du die Augen schließt und Dir vorstellst fliegen zu können.
Danke an meine Fans, dass Ihr den Titel zum ersten Single-Hit des Albums gemacht habt!
6. Aber du glaubst
Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich völlig oberflächlich über einen Menschen geurteilt habe oder mich von anderen beeinflussen ließ. Dabei hatte ich keine Ahnung, was alles hinter der Fassade dieses Menschen steckte. Wie oft ist es mir andersrum auch schon passiert, dass mich vielleicht eine Frau für einen Gigolo hielt, nur weil man ihr sagte: Nimm dich vor diesem Mann in Acht! Ich habe daraus gelernt mir immer mein eigenes Bild über Menschen zu machen, denn meist wird man nur damit die Wahrheit erfahren.
7. Für immer und ewig
Diese Ballade im 6/8 Takt ist für mich ein besonderer Song auf dem Album. Die Vorstellung wie in einer Seelenverwandtschaft jeden Gedanken des Anderen zu lesen, hat mich schon beim Singen des Songs im Studio sehr berührt. „Für immer und ewig“ ist eine Zeile, die für mich den größten Wert im Leben unterstreicht, nämlich dass Glück zu haben nur bedeuten kann, angekommen zu sein.
8. Himmel, ich weiß doch…
Man hat sich tausend Signale gesendet und tausende Worte gewechselt, die einem sagen sollten: Die Liebe ist in Gefahr. Und trotzdem fühlt man sich manchmal einfach zu sicher oder ist zu bequem oder zu stolz um den Moment zu beachten, wenn man umeinander kämpfen sollte. Viel zu spät stellt man dann fest, wie weh Sehnsucht tun kann…
„Himmel, ich weiß doch…“ ist ein autobiographisches Lied. Hier war mir der Text besonders wichtig. Ich wollte ihn so haben, wie ich diese Geschichte erlebt habe.
9. Atemlos
Ich hab ein Faible für die schönen Italopop-Songs, die in den 1980er-Jahren in Deutschland so erfolgreich waren. Einen solchen Song wollte ich auch gerne auf meinem Album haben. Das hier ist er nun: „Atemlos“. Er ist sommerlich-leicht und trägt trotzdem viel Melancholie in sich. Die Geschichte ist die vom ersten Liebesurlaub, auf den man sich gemeinsam gefreut hat, und plötzlich bemerkt man so viele Unterschiede. Die scheinbar so erholsame Umgebung wird zur Streitfalle und dann ergibt ein Wort das Andere, bis es schlimmer nicht mehr geht und einer abreist. Die verliebten Pärchen, die romantische Musik und das Rauschen des Meeres, die man sonst so gerne um sich hat, rauben einem jetzt den letzten Nerv und man bereut jedes falsch gesagte Wort und sehnt sich so sehr nach dem Menschen den man gerade verloren hat.
10. Ich hab den Himmel gesehn
Meine Lieblingsballade. Ich finde sie so unglaublich sinnlich und intim. „Ich hab den Himmel gesehn“ handelt von diesem einen Blick, diesem unbegreiflich schönen Kuss, diesem Geruch – all den Dingen, die man kaum in Worte fassen kann in einer erfüllten Nacht, in der sich das eigene Zimmer anfühlt wie der Mittelpunkt der Erde und die Frau, die du im Arm hältst, wie die größte Liebe deines Lebens. Jede Berührung fühlt sich an wie ein Bild, das man Dir auf die Haut malt.
Und dann findest du am Morgen nur noch ein zerwühltes Laken neben dir und von dieser Wahnsinnsnacht bleibt nur die schmerzvolle Erkenntnis dem Glück so nah gewesen zu sein.
11. Luisa
„Luisa“ war einer unserer ersten gemeinsamen Songs und es ist der einzige, den wir alle drei zusammen im Studio geschrieben haben. Das war ein genialer Tag. In weniger als einer Stunde war er fertig – wir haben bis heute nicht einen Ton und nicht eine Silbe geändert! Wahrscheinlich weil er von Anfang an rund war. Ich mag die Geschichte und ich kenne solche Frauen. „Luisa“ ist diese Art von Frau, die einem nie Ruhe schenkt – sie ist lasziv und verführerisch; sie macht dich unruhig und atemlos. Sie ist die Frau, mit der Du, selbst wenn sie sagt: „Ich verlass Dich“, noch eine letzte Nacht verbringen möchtest.
12. Endlich wieder ich
Das Showbusiness ist wie ein Labyrinth aus unendlich vielen Möglichkeiten und Wegen Da fragt man sich schon manchmal: welchen Weg gehen und zu welcher Zeit? Die Zeit ist jetzt reif für mich das zu machen, was ich mir schon lange gewünscht habe: Zu meinen Wurzeln zurückzukommen und meinen Fans mit dem Album „Endlich wieder ich“ ein schönes Geschenk zu machen. Das alles steckt in diesem Titel. Ich hoffe jedenfalls, dass den Menschen das Album gefällt. Das hier bin „Endlich wieder ich“!
Quelle: Tobias Reitz für Palm-Records – 07.07.2009