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s²marketing informiert: BUCH: Born In The Bronx (Verlag: Edel, ET: 12 März 2010)

Posted by admin (admin) on 02.04.2010 at 05:00
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s²marketing informiert: BUCH: Born In The Bronx (Verlag: Edel, ET: 12 März 2010)


„Wir werden hier in der Bronx nie aufhören zu kämpfen, auch wenn sie um uns herum alles zerstört haben. Wenn es sein muss, wohnen wir in Zelten, aber wir gehen hier nicht weg. Wir wehren uns, es gibt nichts, was wir nicht täten. Sie kriegen uns hier nie weg. Ich bin ein Teil von hier, ich haue niemals ab. Und nach mir werden meine Kinder hier sein und bleiben. Ich habe sehr starke Kinder – und sehr starke Enkelkinder.“


Evelina Lopez Antonetty (1922–1984) Erzieherin, Menschenrechtsaktivistin, Bronx, New York, 1980

 
In dem Band Born in the Bronx - Die Anfänge des Hip Hop beleuchtet der Autor und Herausgeber Johan Kugelberg die frühen Jahre der impulsiven und progressiven Underground-Subkultur in Wort und Bild. Das Buch beschreibt die sozialen sowie historischen Hintergründe und zeigt, wie sich Hip Hop von Live-Battles hin zu Studiomusik entwickelte und zu einem der innovativsten Musikstile der vergangenen drei Jahrzehnte wurde.

 
„Dieses Buch soll eine Momentaufnahme der frühen Tage des Hip Hop sein und keine allumfassende Chronik. Ich hoffe, dass es als eine Art impressionistische Erzählung funktioniert, die eine Gefühlslage ausdrückt, eine Art Träumerei, wie es gewesen sein könnte, wie es sich vielleicht angefühlt hat, eine Ahnung von der außergewöhnlichen Dynamik und Spannung jener Zeit. Mich interessiert die Atmosphäre, die diese Bilder festgehalten haben. Ich will dem Leser das Gefühl vermitteln, in diese Kunst, diese Kultur einzutauchen, so wie ich während meiner zehnjährigen Reise. Ich war nicht dabei, und als Außenstehender versuche ich nicht, einen hieb- und stichfesten historischen Abriss über diese Phase der Hip-Hop-Geschichte zu liefern. Das muss jemand tun, der dabei war. Ich bin sicher, die nächsten zehn Jahre werden eine Menge Bücher bringen, die das schaffen – einige, hoffe ich, von den Pionieren selbst.“

 
Johan Kugelberg, Amsterdam, Frühjahr 2007

 

Zu den Mitwirkenden:
Johan Kugelberg organisierte die erfolgreiche Wanderausstellung mit Joe Conzos Werk Born in the Bronx: A Visual Record of Rap. Zuletzt ist von ihm das Buch c/o The Velvet Underground, New York, NY erschienen. Joe Conzo, aufgewachsen in der Bronx, gilt als der erste Hip Hop-Fotograf überhaupt. Seine Bilder erscheinen in zahlreichen Magazinen und Publikationen weltweit. Die New York Times bezeichnete ihn als „Chronisten, der die Kinderfotos der Hip Hop-Szene schoss“. Jeff Chang, über 15 Jahre lang einer der führenden Hip Hop-Journalisten, ist Autor des Buches Can’t Stop Won’t Stop: A History of the Hip Hop Generation. Afrika Bambaataa ist einer der Gründerväter des Hip Hop und Schöpfer der Organisation Zulu Nation. Bis heute ist er eine einflussreiche Figur in der Gegenwartsmusik und gilt als „Pate des Hip Hop“.

 

 

Johan Kugelberg (Hg.)
Born in the Bronx
Die Anfänge des Hip Hop
208 Seiten, Klappenbroschur
Format 23 x 28 cm
€ 22,95 / sFr 39,90
ISBN 978-3-941376-16-8
Erscheint 12. März 2010 bei Edel

 

Der Erfinder des Scratchens - Grandwizzard Theodore

Ich wurde in eine Kultur hineingeboren, die mein Leben und die Welt veränderte. Meine Familie liebt Musik, meine Mutter hörte zu Hause viel Musik. Sie hörte alles – James Brown, Earth, Wind & Fire, Al Green, all die Motown-Platten, Blues, Discomusik. Heute hören meine Brüder viel Musik: Dennis Coffey, Baby Huey, Kool & The Gang, Average White Band, Stevie Wonder. Ich könnte tagelang weitermachen, aber was ich sagen will, ist, dass die Kultur mit mir wuchs.


Ich sah Graffiti an Zügen, Hausmauern, auf den Shirts und an den Wänden der Leute, in ihren Häusern, ohne zu ahnen, dass ich Zeuge einer wachsenden Subkultur war. Der Slang, den die Leute sprachen – der sich ebenfalls mit der Zeit veränderte – war Teil der Kultur, mit der ich konfrontiert wurde, als ich acht war und all das um mich herum bemerkte. Ich liebte das Tanzen, seit ich denken kann – ich tanzte zu James Brown für meine Familie, seit ich denken kann. Mit dem Alter wurde meine Liebe zu dieser Subkultur stärker. Durch meinen Bruder, DJ Mean Gene, und Grandmaster Flash lernte ich die DJ-Sache kennen. Zuerst war ich B-Boy, weil ich so meine Sachen zeigen und mich ausdrücken konnte, aber ich liebte das Plattenauflegen so sehr, dass ich es lernen wollte, ohne eigentlich zu wissen, dass ich talentiert war. Aber es lag an mir, den nächsten Schritt zu tun.


Mit elf Jahren spielte ich die Platten meiner Mutter auf ihrem Plattenspieler. Wenn der Break kam, drehte ich die Platte zurück. Mit der Zeit lernte ich die Singles zu skippen wie in einer Schleife, nicht ahnend, dass ich da etwas auf der Spur war. Zu dieser Zeit entwickelten sich mein Bruder Mean Gene und Grandmaster Flash auseinander – Flash gründete seine eigene Gruppe, mein Bruder und ich ebenfalls: die L Brothers. Mein Bruder wusste, dass ich Skills hatte. Niemand brachte mir das DJ-Handwerk bei – ich war einfach bereit, willens und fähig. Mit zwölf war ich nicht mehr aufzuhalten. Den meisten DJs damals fiel es schwer, zwei Platten zu mischen, manche hörten einfach ganz auf. Als ich das Scratchen erfand, verstand niemand, was da abging, niemand konnte das. Ich war der einzige DJ, der scratchte, bis Flash es schließlich raushatte und den Backspin erfand.


Manche Leute behaupten, sie hätten das Scratchen erfunden – aber ich weiß es besser. Das waren die DJs, die sich zurückzogen, nachdem ich das Scratchen erfunden hatte – an der Morris High School an der 166. Straße Ecke Boston Road. Mein Rektor spielte im Speisesaal Musik, und die Leute hatten darauf keine Lust mehr. Ich hing mit einem Typen rum, der unverblümt sagte, ich solle ein Band machen und es dem Rektor zum Anhören geben. Dazu musste ich den Ghettoblaster vor den Lautsprecher stellen und auf einen klaren Sound hoffen. Bei meiner Mutter zu Hause war die Musik laut, und sie machte keine Mätzchen. Als ich das Band machte, erfand ich das Scratchen – der Rest ist Geschichte.


Wir hatten zwei MCs, Kevie Kev und Robbie Rob. Irgendwann beschloss ich, meine eigene Gruppe zu gründen: Kev, Rob, Double Dee und Busy Bee Starski. Busy Bee ging solo, wir trafen Dottarock und Prince Whipper Whip und gründeten die Fantastic Five: Es folgten die Dreharbeiten zum ersten Hip-Hop-Film Wild Style, zahlreiche gewonnene MC-Battles usw. Mit der Zeit wurden meine Skills besser, und niemand bezweifelte, dass es nur den einen wahren Erfinder gibt und nur einen, der über solche DJ-Skills verfügt, wie ich sie in die Hip-Hop-Kultur brachte. Sobald mich die Welt respektierte, kamen auch schon die Leute daher und behaupteten, sie hätten meine Schöpfung erfunden. Ohne Scratchen kommt die Hip-Hop-Kultur nicht aus. Ich habe viel harte Arbeit in diese Kultur gesteckt, und niemand wird mir das wegnehmen. Deshalb ziehe ich immer noch mein Ding durch und die nicht. Dank an Kool Herc, Bambaataa, Mean Gene, Flash, die Rock Steady Crew, Tat’s Cru und all die Graffiti-Writer der New Yorker Gegend.

 

Viele Leute sind für diese Kultur gestorben und nicht mehr unter uns, Keith Cowboy, Darryl C., BO, Wiz Kid und so weiter. Ich bin öfter um die Welt gereist, als ich mich erinnern kann, und diese Kultur hat die Welt verändert. Sie ist die einzige Kultur, die alle unterschiedlichen Kulturen zu einer zusammengeführt hat – abgesehen davon, reise ich weiter um die Welt und zeige den Menschen, was Hip Hop ist. Gott segne James Brown – ohne ihn gäbe es keinen Hip Hop. Alle Menschen sollten das Wort „Pionier“ nachschlagen, damit sie aufhören, sich selbst Pioniere zu nennen. Manche Leute begeistern sich aus den falschen Gründen für die Kultur, deswegen halten ihre Karrieren nie lang.

In diesem Sinne: Lang lebe Hip Hop!

 

Grandwizzard Theodore
Erfinder des Needledrop und des Scratchens
Geboren: 5. März 1963
Geburt des Scratchens: Juni 1975
Datum, an dem Hip Hop endet: nie

 

Weitere Informationen zu den edel Veröffentlichungen findet Ihr unter: http://www.edel.com/de/buch/neuheiten

 

Quelle: Oliver Scheer - s²marketing - http://www.s2marketing.de - 09.03.2010

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