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s²marketing informiert: BUCH: Elliot Tiber mit Tom Monte: Taking Woodstock (Verlag: edel verlag/rockbuch)

Posted by admin (admin) on 15.09.2009 at 05:15
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s²marketing informiert: BUCH: Elliot Tiber mit Tom Monte: Taking Woodstock (Verlag: edel verlag/rockbuch)


Es gibt momentan ein Konzert-Ereignis das in aller Munde und allen Medien ist. Man sollte meinen, dass es sich hierbei um eine aktuelle Konzertreihe oder zumindest ein aktuelles Festival handelt…aber ein Festival, das vor 40 Jahren stattfand, muss schon einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen haben: Und das hat es, denn WOODSTOCK ist nicht nur für diejenigen, die dabei waren zu einem der Teil der modernen Musik-Geschichte geworden!

 
Taking Woodstock erzählt die wahre Geschichte des Mannes, der vor genau 40 Jahren das legendärste Musikfestival aller Zeiten rettete – und ist gleichzeitig ein ebenso komischer wie anrührender autobiografischer Roman über Unterdrückung, Homosexualität und Revolution. Und im Herbst diesen Jahres erscheint mit dem dazugehörigen Kinofilm des Oscar-Preisträgers Ang Lee die Verfilmung des Buches auch in Deutschland.

 

Inhalt:
Weil er in den 60er-Jahren als schwuler Sohn jüdischer Eltern auf dem Lande gleich mehrfach gesellschaftlichen und familiären Unterdrückungen ausgesetzt ist, flüchtet Elliot Tiber als junger Mann in die kreative Schwulenszene New Yorks. Dort trifft er Künstler wie Truman Capote, Tennessee Williams und Robert Mapplethorpe, wird beruflich erfolgreich und lebt, wenngleich erst zögerlich, seine sexuellen Fantasien aus, nimmt sogar am Stonewall-Aufstand teil. Doch obwohl er sein New Yorker Leben liebt, fühlt Elliot sich verpflichtet, El Monaco, das marode Motel seiner dominanten russischstämmigen Mutter, vor dem Ruin zu bewahren. Damit zwängt er sich in ein verwirrendes Leben zwischen den radikal-kreativen Lebensentwürfen der Metropole und der miefigen Engstirnigkeit der Provinzbewohner – latenter Antisemitismus inklusive. Doch dann kommt der Summer of ´69. Elliot erfährt, dass die Woodstock-Organisatoren händeringend einen neuen Veranstaltungsort suchen… Kurze Zeit später ist das Motel in Elliots unbelebtem und ungeliebtem Heimatort White Lake das Hauptquartier jenes Festivals, das das Leben aller ändern sollte – vor allem Elliot Tibers, der schließlich in dem unvergleichlichen Trubel vor allem eines findet: sich selbst. Taking Woodstock ist eine autobiografische, komische und rührende Geschichte über den Mann, der Woodstock rettete – gegen jede Wahrscheinlichkeit und jeden Widerstand.

 


Über den Autor:

Elliot Tiber, * 1935 in Brooklyn, ist Autor mehrerer preisgekrönter Theaterstücke,
Drehbücher und Musicals für Theater, Film und Fernsehen sowie Dozent für Comedy Writing & Performance, zuletzt an der New York School University und dem Hunter College in New York City. Sein Roman „Rue Haute“ („High Street“) wurde ein Bestseller, die Verfilmung durch seinen Lebenspartner André Ernotte stellte den französischen Beitrag für den besten ausländischen Film bei den Academy Awards 1977.
Elliot Tiber lebt heute in New York und Kalifornien und plant derzeit ein Musik- und
Kunstfestival mit dem Namen „Gaystock“. In Ang Lees Verfilmung seines autobiografischen Romans wird Elliot Tiber von Demetri Martin verkörpert.

 

Mehr über Elliot Tiber erfahren Sie hier: www.elliottiber.com

 


DIE VERFILMUNG – TAKING WOODSTOCK:
Kinostart: 3. September 2009
Ein Film von Ang Lee (BROKEBACK MOUNTAIN, TIGER & DRAGON) mit Demetri Martin, Imelda Staunton (VERA DRAKE, EINE ZAUBERHAFTE NANNY), Henry Goodman (NOTTING HILL), Emile Hirsch (INTO THE WILD, MILK), Jeffrey Dean Morgan (P.S. ICH LIEBE DICH, ZUFÄLLIG VERHEIRATET), Liev Schreiber (X-MEN ORIGINS: WOLVERINE, DAS OMEN) u.v.a.

 

Eigentlich träumt der junge Elliot (Stand-Up Comedian Demetri Martin) von einer Karriere als Innenausstatter in New York. Doch das Motel seiner Eltern läuft alles andere als gut. Also kehrt er in sein Heimatkaff zurück und sinnt nach einer Idee, wie man die Geschäfte wieder zum Laufen bringen könnte. Als er aus der Zeitung erfährt, dass einem groß angekündigten Open Air Konzert die Genehmigung entzogen wurde, wittert Elliot die ganz große Chance: Er bietet den Veranstaltern die Kuhwiese hinter dem elterlichen Grundstück als Austragungsort an, ohne zu ahnen, welche Welle er damit lostritt. Denn schon bald zieht nicht nur ein Bataillon von Organisatoren und schrillen Künstlern in die kleine, konservative Gemeinde. Auf den Weg machen sich auch mehr als eine halbe Million Musikfans und Hippies, um das größte Happening aller Zeiten zu feiern. Und nach diesen 3 Tagen „Peace and Music“ wird nichts mehr sein wie zuvor...


Nach so unterschiedlichen Filmen wie BROKEBACK MOUNTAIN, SINN UND SINNLICHKEIT und TIGER & DRAGON wechselt Oscarpreisträger Ang Lee einmal mehr das Genre und präsentiert eine bunte und mitreißende Komödie, die zurück in das Jahr 1969 führt, zu einem legendären Ereignis, das das Lebensgefühl einer ganzen Generation bestimmte: Woodstock! Nach einer wahren Geschichte, an Originalschauplätzen gedreht und mit einem ausgelassen agierenden Cast sowie Tausenden von Statisten in Szene gesetzt – ein rasanter und überaus amüsanter Trip in eine Ära, die längst nicht nur Musikgeschichte geschrieben hat.


„Extrem unterhaltsam und sehr menschlich.” Publisher’s Weekly

 

Elliot Tiber mit Tom Monte:

Taking Woodstock - Roman, 256 Seiten, Hardcover
€ 19,95 / sfr 34,50
ISBN 978-3-941376-02-1


Taking Woodstock - Das Hörbuch mit 4 CDs, gesprochen von Stephan Benson.
€ 19,95 / sfr 34,50
ISBN 978-3-941376-10-6

 

 

LESEPROBE

 

6. Kapitel: Die Goldene Gans landet im El Monaco

Kurz nach Mittag am 15. Juli 1969 rannte ich aus dem Büro auf die Wiese vor dem Motel und legte weiße Laken zu einem großen Kreuz auf dem Boden aus. Mama schaute entsetzt zu und dachte wohl, ich wolle eine Erweckungsversammlung abhalten. Sie schlug sich die Hände vors Gesicht und rief: »Er legt ein Kreuz auf meinem Rasen aus! Oy gettenu! (Oh Gott!). Und auch noch mit den guten Laken! Meine sauberen Laken!«

Ich schaute zum Horizont und wartete, kurzatmig vor Aufregung. Der Himmel war klar, die Sonne schien, die Zeichen standen gut. Die Earthlight Players – die Schauspieltruppe, die ich ins El Monaco geholt hatte – sangen und tanzten im Hintergrund, um zu feiern, was sie für die Antwort auf all unsere Gebete hielten. Zu Mamas Entsetzen hatten sie sich all ihrer Kleider entledigt und, scheinbar irgendeinem atavistischen Impuls folgend, ihre Körper mit Lippenstift und Schlamm bemalt. Für mich war die Welt stehen geblieben; alles war ruhig, bis auf das Chaos um mich herum.

Da! Da ist er! sagte ich zu mir. Am Horizont war ein Punkt erschienen, der mit jeder
Sekunde größer wurde. Dann konnte ich, wie zur Bestätigung, das sanfte Knattern Rotorblätter hören. Zuerst war das Geräusch so schwach, dass ich nicht wusste, ob es ein Vogel oder mein pochendes Herz war. Aber dann erkannte ich deutlich den Umriss eines Hubschraubers und hörte sein typisches Geräusch. Es war, als komme die Kavallerie zu meiner Rettung. Oh, bring Geld, Kavallerie, bring Geld!

Nach wenigen Minuten schwebte das große silberweiße Fluggerät über mir und wirbelte
die Laken und alles, was nicht festgebunden war, in sämtliche Richtungen. Ich spürte
die Windstöße der Rotorblätter, deren donnernde Schläge die Schreie meiner Mutter erstickten. Sogar die nackten Earthligth Players zerstreuten sich im Wind. Ich wich zurück und sah wie im Traum, als der Helikopter vom Himmel hinab stieg und sanft vor unserem Büro landete.

Eine Tür wurde aufgeschoben und ein junger Mann mit langen braunen Locken sprang heraus. Er trug eine Weste, Jeans und Sandalen, aber kein Hemd. »Bist du Elli? Ich bin Mike Lang! Schön, dich zu sehen, Kumpel«, sagte er mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Er streckte mir die Hand entgegen, schüttelte meine und sagte: »Ist lange her.« Ich war so perplex, dass ich zuerst nicht wusste, was ich sagen sollte.

An diesem Morgen hatte ich in der Lokalzeitung The Times Herald-Record gelesen, dass die guten Leute aus Wallkill – eine Gemeinde knapp fünfzig Meilen südlich – das angekündigte Woodstock Music and Arts Festival abgesagt hatten. Aus Angst vor dem, was das Konzert und seine Besucher in der Umgebung des Ortes anrichten könnten, hatte der Stadtrat die Genehmigung für Woodstock aufgehoben. Nach Schätzungen von Mike Lang, dem Veranstalter des Festivals, wurden etwa fünfzigtausend Besucher erwartet. Bei der Vorstellung von fünfzigtausend Hippies und diversen Drogendealern, die in ihren anständigen Ort einfielen, hatten es die Stadtväter von Wallkill plötzlich mit der Angst bekommen. Auf keinen Fall, lautete das offizielle Urteil.

The Times Herald berichtete, die Organisatoren des Konzerts hätten bereits an die zwei Millionen Dollar in Bühnenkonstruktion, Beleuchtung, Wasserversorgung und Toiletten investiert. Offenbar waren bereits etwa hundert Laster und Anhänger nach Wallkill unterwegs, die Vorräte und technische Ausrüstung ankarrten. Hunderte von Technikern warteten auf ihren Einsatz. Wenn die Organisatoren innerhalb von vierundzwanzig Stunden keine geeignete Ausweichmöglichkeit fanden, mussten sie die Show absagen. Sie hatten vor zu klagen, um ihre Investitionen zurückzubekommen.

Das Konzert selbst war keine besondere Neuigkeit für mich – es war seit Monaten das Thema in der lokalen Presse gewesen. Und genauso lange hatte ich gegen die Dämonen gekämpft, die mich heimsuchten, besonders nachts, wenn ich Zeit hatte, darüber nachzudenken, dass das Universum sich wieder einmal gegen mich verschworen und die Lösung all meiner finanziellen Probleme in weite Ferne gerückt hatte – genaugenommen nur fünfzig Meilen. Ich war extrem sauer, könnte man sagen, so sauer, dass ich mich schon fragte, ob möglicherweise mein Atheismus gegen mich arbeitete.

Vielleicht gab es doch einen Gott und vielleicht lachten sich Er und Moses kaputt, wenn sie mich über dem Feuer baumeln ließen. »Fahr deinen großen Fuß aus, Moses. Wir wollen aus diesem Matzenbällchen einen Matzenfladen machen.«
Aber plötzlich sah es so aus, als könne sich all das ändern. Das Woodstock Music and Arts Festival brauchte einen Veranstaltungsort und eine Genehmigung. Ich habe die
Genehmigung, sagte ich mir. Und ich kann den Veranstaltungsort zur Verfügung stellen.
Mein Gehirn tanzte in kreativen Mustern, die bis dahin nur fantasievollen Sexspielen und
romantischen Abenden im Moulin Rouge oder den New Yorker S&M Clubs vorbehalten gewesen waren. Die Möglichkeit stand direkt vor meiner Moteltür. Oh, mein Gott! Wir könnten dieses Ding veranstalten!

Ich hatte mit ein paar Schauspielern der Earthlight Players in unserem Büro gesessen,
als ich den Zeitungsartikel las, und sofort zum Telefonhörer gegriffen, um Mike Lang
anzurufen. »Kennst du Michael?« fragte eine Stimme am anderen Ende der Leitung. »Nein, ich kenne ihn nicht und er kennt mich nicht«, antwortete ich. »Ich bin der Vorsitzende der Handelskammer von Bethel und Inhaber des El Monaco International Resort in White Lake. Ich habe eine gültige Genehmigung für ein Musik- und Kunstfestival und fünfzehn Morgen Land, die Woodstock haben kann. Sofort, wenn nicht schneller.«
Die Leitung war für einen Augenblick stumm. Ich bemerkte, wie die Earthlight Players
neben mir zu zittern anfingen. Dann war plötzlich Mike Lang am Apparat. »Wo zum Teufel bist du, Baby?« sagte er. »Das kann doch wohl nicht wahr sein.« »Route 17B. White Lake. Ich bin ungefähr 50 Meilen den Highway rauf von euch entfernt.« »Habt ihr eine Wiese?« »Ja, haben wir. Eine große Wiese.« »Hast du auch ein paar weiße Laken?«
»Was? Klar haben wir Laken. Wir haben ein Motel.« »Leg die verdammten Laken auf der Wiese zu einem Kreuz aus, Baby, und wir sind in einer Viertelstunde da. Ich sehe es mir auf der Karte an. Habt ihr irgendeinen Orientierungspunkt da, eine Markierung, die man aus der Luft erkennen kann?« Ich stammelte etwas von dem Schild des El Monaco, der Kreuzung an der Route 55, Yenta's Pancake House. »Wir sind schon unterwegs, Baby«, sagte Mike Lang, als er auflegte.

 

Quelle: Oliver Scheer - s²marketing - 25.08.2009

 

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