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Vanessa Mai (Wolkenfrei) - Das Interview zum neuen Album "Wachgeküsst"

Posted by admin (admin) on 29.06.2015 at 04:55
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Vanessa Mai (Wolkenfrei) - Das Interview zum neuen Album "Wachgeküsst"


Mit ihrem Debütalbum "Endlos verliebt" gelang der Band Wolkenfrei im letzten Jahr ein Sensationshit und der direkte Einstieg in die Top Twenty der deutschen Albumcharts. Auch die ersten Erfolge im Ausland ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Live-Auftritte später und nach intensiver Studioarbeit ist es nun soweit, am 10.07.2015 erscheint das neue Wolkenfrei Album "Wachgeküsst".

 

Musiker sagen oft, das zweite Album sei das schwerste. Wenn das erste erfolgreich war, gilt es das zu toppen. Wie ist es denn bei dir gewesen?

Ja, das stimmt. Man hat das im Kopf und spürt die Erwartungshaltung. Nicht nur bei den Fans, auch vom eigenen Umfeld. Und schließlich hat man selbst auch den Anspruch alles noch besser zu machen als beim ersten Mal. Aber das ist gut so: Dieser Ansporn war da und wir haben uns auch total lange Zeit gelassen für die neue Produktion. Wir haben ja anderthalb Jahre an dem Album gearbeitet und haben uns gegenseitig manchmal bis zur Weißglut getrieben. Unsere Texter, die Komponisten, unsere Produzenten, wir alle mussten da durch - aber das Ergebnis ist ja sehr gut geworden. Davon bin ich überzeugt und natürlich hoffe ich auch, dass es bei den Fans gut ankommt und sie es genauso sehen.

 

Du stehst ja jetzt noch mehr im Mittelpunkt, als bei dem ersten Album, wenn du jetzt praktisch alleine Wolkenfrei darstellst. Das heißt, die Fans identifizieren die Texte und die Songs noch mehr mit deiner Person. Ist es für dich schwieriger damit?

Es ist eigentlich viel leichter. Ich konnte mich von den Texten her viel mehr einbringen als bei dem ersten Album. Ich kann mich viel mehr mit diesen Texten identifizieren und daher denke ich, dass es nach außen hin spürbar sein wird und noch authentischer ist. Das werden auch die Fans merken.

 

Hast du einen besonderen Lieblingssong auf dem Album?

(Lachen) Das war beim ersten Album so und das ist jetzt so: Für jede Stimmung gibt es für mich den richtigen Song. Ich höre mir - je nachdem wie ich mich fühle - mal den einen und mal den anderen Titel gern an. Das ganze Album ist sehr facettenreich geworden, noch viel mehr als beim ersten Mal. Ich hab mehrere Lieblingssongs - je nach Stimmung.

 

Wie du schon sagst, es ist sehr facettenreich geworden. Das heißt von den Steeldrums, wie bei „Sommerliebe“, über klassischen Fox, Electro-Beats bis hin zu sehr schlagerähnlichen und balladenhaften Songs. Wobei einem schon auffällt, dass viel Dance-Musik dabei ist. Beatdrops bei „Wolke 7“ oder bei „Wachgeküsst“ hört man die 80er und 90er Jahre mit den typischen Keyboards und Gitarren raus. Man kann eigentlich gar nicht mehr von einem Schlageralbum reden.

Wir haben bewusst diesen 80er und 90er Jahre-Stil noch mehr ausgearbeitet, weil das auch beim ersten Album den Fans so gefallen hatte. Aber ich denke, dass der Schlager sich ja gerade in jüngster Zeit enorm entwickelt hat. Es hat sich einiges getan in den letzten Monaten und in den letzten Jahren. Ob das durch eine Helene Fischer oder Andrea Berg war. Ich denke auch, dass die Leute in dieser Beziehung viel offener sind und dass es gar nicht mehr so diese Grenzen gibt. Ich finde es auch schade, wenn Musikstile so extrem eingegrenzt werden und ich finde es schön, wenn wir vielleicht damit auch neue Akzente setzen. Sich mal etwas trauen und mal über die klassischen Grenzen des Schlagers zu gehen.

 

Wie hast du dich denn auf die Aufnahmen vorbereitet? Hast du irgendwelche Stimulanzen, um in der Stimmung zu sein, die der Song bei der Aufnahme braucht? Wenn du im Winter allein im Studio bist und es schneit draußen und du nimmst so etwas wie Südseewind auf der Haut auf...
Manche Künstler machen das mit Licht, Alkohol oder Drogen. Hast du irgendwelche Vorbereitungen um dich einzustimmen?

Meine Droge ist auf jeden Fall schon mal Schokolade. Das ist ganz wichtig, wenn wir lang aufnehmen, kann ich damit gut durchhalten. Nein, also ich kann mich da gut hineinversetzen in den Song. Wenn ich ihn singe, dann lebe ich ihn, dann gehen auch die Bilder in meinem Kopf los und ich glaube, das ist auch das Entscheidende, wenn man einen Titel hört. Und so muss es bei den Zuhörern auch sein. Egal, wenn draußen Schnee liegt und ich mir dann Südseewind auf der Haut anhöre, muss ich mich da in diese Welt einfach mitnehmen lassen. Wenn man dieses Gefühl als Künstler beim Fan erreicht, hat man es richtig gemacht.


Wollen wir mal die 14 Songs von dem neuen Album Stück für Stück durchgehen dass du mir bisschen was dazu sagst?

Sehr gerne.

 


Vanessa über das neue Album „Wachgeküsst“

 

Wolke 7
Man hört ihn einmal und hat den Titel sofort im Kopf. Im Refrain sind wenige Worte und die Sprache ist sehr jung. Ich finde es gibt keine Verbindung zu einem anderen Song, es gibt kein "das klingt so ähnlich wie...". Ein richtiges Unikat und für mich ein absoluter Wolkenfrei-Hit. Nicht nur deshalb wurde er Track 1 auf der CD. Allein das Intro stimmt einen perfekt auf das gesamte Album ein.


Sommerliebe
Wir hatten die Möglichkeit uns anderthalb Jahre für dieses Album Zeit zu lassen. Es ist wirklich Luxus solange an einem Album arbeiten zu dürfen. Am Ende haben wir die Zeit auch gebraucht, bestes Beispiel dafür ist "Sommerliebe". Es war der allererste Song für "Wachgeküsst" und bis zum Schluss wurde an ihm gefeilt. Durch den Reggae-Beat ist er ein richtiger Exot auf dem Album. Wir haben sehr lange an dem Song gefeilt. Bis zum Schluss wurde was verändert und angepasst, wir haben viel experimentiert, damit er so perfekt ist, wie er jetzt ist. Also ich freue mich auf den Sommer!


Zauberland
Die Strophen beginnen relativ traurig. Eine beendete Beziehung, man trauert der alten Liebe hinterher, es tut noch sehr weh. Der Refrain bringt dann die Wendung - das ist für mich das Besondere an diesem Song. Durch den Refrain bleibt kein negatives Gefühl zurück, sondern die Hoffnung, dass es irgendwann, irgendwo weiter gehen wird. Ein schönes Gefühl und eine spannende Art und Weise, etwas Schmerzliches leichter zu verarbeiten.


Der Kopf sagt nein, das Herz schreit ja
Wer kennt diese Situation nicht? Ich fand es toll, so eine schwierige Thematik in eine Partynummer zu verpacken. An dieser Stelle: Liebe Grüße in die Schweiz!


Von Tokyo bis Amerika
Der Song reißt einen aus dem Alltag heraus und zeigt, dass Träumen keine Grenzen gesetzt sind…! Als ich den Titel zum ersten Mal live singen durfte, hatte ich Gänsehaut. Alle haben sofort mitgesungen und waren wie in einer anderen Welt. Ein toller Moment.


Südseewind auf der Haut
Wenn ich diesen Song höre fühle ich mich wirklich irgendwo ans Meer versetzt! Nicht nur das Piano hat mir sofort gefallen, so außergewöhnlich und markant, auch die Melodie im Refrain lässt mich total abschalten - ein typischer Wolkenfrei-Track. Textlich ist er schon fast kitschig, aber genau das mag ich sehr! Ich freue mich schon, den Titel bei 30 Grad im Schatten laufen zu lassen.


Es wird schon hell über Berlin
Dieser Titel war ursprünglich gar nicht für mich geschrieben worden. Felix hat mir ihn nebenbei vorgespielt. Und dann wollte ich ihn unbedingt haben!! Das Schöne daran ist, dass er in keine Schublade passt. Generell finde die Abgrenzung zwischen Pop und Schlager sehr schwierig. Wo hört Pop auf und wo fängt Schlager an? Hier verschmelzen Welten. Auch textlich wurde hier mit einem Popsong gespielt. Der Kenner sieht die lila Wolken an sich vorbeiziehen!


Du berührst mein Herz
Das Album war eigentlich schon fertig, die Auswahl stand, dann kam dieser Song "reingeflattert" und alle wollten diesen Titel unbedingt auf dem Album haben. Ich glaube, eine höhere Stelle als in diesem Lied gibt es auf dem Album sonst nicht.


Schenk mit den Morgen danach
Bei diesem Titel sehe ich schon, wie sich die Paare langsam auf der Tanzfläche bewegen, das eine oder andere Paar wird sicherlich auch den Morgen danach genießen.


Wachgeküsst
Hier wurden die 90er Jahre ins hier und jetzt geholt und entsprechend "entstaubt". Mein Produzent Felix Gauder hat sich bei diesem Titel so richtig ausgelebt! Ich glaube, bei ihm fließen die 90er musikalisch durch die Adern! Als ich das Intro zum ersten Mal gehört hatte, musste ich sofort an meinen Gameboy denken! Die Melodie ist wahnsinnig markant! Felix' Herz schlägt 90er!


Felsenfest
Im Zuge des neuen Albums hatte ich die Chance neue Songwriter bei einem "Songwriter-Camp" kennenlernen zu dürfen. Dabei arbeiten die verschiedensten Songwriter einige Tage zusammen und schreiben Songs, die mit dem Künstler erarbeitet werden. Dieser Titel ist im Camp entstanden. Mit „Felsenfest“ wird wieder eine Brücke zwischen Pop und Schlager gebaut. Auch er stammt von der Singer/Songwriterin aus dem Camp. Sie hat es geschafft, mit jeder Zeile aus meinem Herzen zu sprechen. Es hat mir wahnsinnigen Spaß gemacht dieses Lied im Studio einzusingen. Vor allem kann sich jeder mit diesem Song identifizieren, da der Text nicht nur auf eine Beziehung übertragen werden kann, sondern auf einen wichtigen Menschen. Es ist dem Zuhörer überlassen, was ich sehr spannend finde.


Ein Zelt am See
Im Refrain startet bei mir das Kopfkino. Die Sprache erzeugt Bilder im Kopf! Man denkt tatsächlich, man befände sich irgendwo in einem Zelt am See. Der Song greift eine simple Thematik auf: "Was braucht man denn eigentlich mehr"? Am Ende vom Tag zählen keine materiellen Dinge. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die wichtig sind. Manchmal erkennt man das zu spät, aber ich bin sehr dankbar, dass  ich das schon früh erkannt habe.


Mein Herz schlägt Schlager
Der Titel ist im Zuge der Ariola-Kampagne "Mein Herz schlägt Schlager" entstanden und war erst gar nicht für das Album geplant. Die Kampagne soll junge Leute für den Schlager begeistern. Der Slogan war die Vorgabe für das Lied. Es hieß: "Felix, mach mal nen Song dazu". Die Worte "Mein Herz schlägt Schlager" sind eigentlich nicht fürs Singen gedacht, wir waren alle sehr überrascht, wie gut es letztendlich funktioniert hat. Der Song kam so gut an, dass er unbedingt auf das Album musste. Und nicht nur deshalb, der Titel steht genau für das, was ich fühle. Ich liebe und lebe den Schlager und möchte zeigen, dass Schlager eben nicht mehr dieses Image von früher hat, sondern jung, modern und frisch ist. Dafür steht Mein Herz schlägt Schlager.


In all deinen Farben
Auch dieser Titel ist im „Songwriter-Camp“ entstanden. Dabei lernte ich eine junge und sehr talentierte Singer/Songwriterin kennen, die mir "In all deinen Farben", damals noch in Gedichtform, vorgelesen hatte. Ich war begeistert. Ein paar Tage später lag das Demo auf dem Tisch und ich war tief berührt, als ich den Titel zum ersten Mal gehört habe. Der Song zieht einen sofort in seinen Bann und trifft einen sehr emotionalen Punkt. Es war mir sehr wichtig, eine Tiefe mit den Texten und den Themen bei diesem Album zu schaffen. "In all deinen Farben" ist ein Vorzeigebeispiel dafür.

 


PRESSEBILDER:
© Steffen Göthling
© Tim Dobrovolny

 

 

Quelle: MCS Marketing - 25.06.2015

 

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