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Wolkenfrei im Interview mit Musikmarkt: "Ganz ehrlich: Ich finde Rammstein Hammer"

Posted by admin (admin) on 22.07.2015 at 13:16
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Wolkenfrei im Interview mit Musikmarkt: "Ganz ehrlich: Ich finde Rammstein Hammer"
 

Bringt frischen Wind in die Schlagerwelt: Vanessa Mai alias Wolkenfrei (Foto: Tim Dobrovolny)
 

Das neue Wolkenfrei-Album "Wachgeküsst" ist draußen, die erste Single "Wolke 7" auf Platz eins der konservativen Airplay-Charts und nächste Woche startet die TV-Offensive. Es läuft richtig rund bei Vanessa Mai alias Wolkenfrei. Im Interview mit "musikmarkt" sprach die 23-Jährige über ihre Karriere, ihren Musikgeschmack und ihre Rolle als Botschafterin für die Ariola-Kampagne.

 

musikmarkt: Seit April bist du das einzige Mitglied von Wolkenfrei. Wie hast du von dem Ausstieg von Marc Fischer und Stefan Kinski erfahren?
Vanessa Mai: Das stand schon etwas länger im Raum, etwa seit Ende letzten Jahres. Als ich davon zum ersten Mal gehört hab, war es natürlich erst einmal überraschend, aber das war dann ein Prozess, den wir immer wieder besprochen haben. Deshalb war das jetzt kein großer Schock.

 

musikmarkt: Was hat sich für dich dadurch auf der Bühne verändert?
Vanessa Mai: Klar, ich stehe jetzt alleine auf der Bühne. Ab und zu noch mit Tänzern und Band, aber als Wolkenfrei stehe ich alleine da oben. Und das ist schon anders, das Herz pocht natürlich ein bisschen doller, denn wenn die Fans Wolkenfrei doof finden, dann jetzt NUR wegen mir. Das war am Anfang eine Umstellung, aber ich sehe das jetzt als neuen Abschnitt. Ich vergleiche die Zeiten auch nicht. Ich bin sehr dankbar für die Zeit mit den Jungs, die für mich perfekt war, weil ich mit ihnen groß geworden bin. Umso mehr fühle ich mich jetzt der Sache auch gewachsen, vor drei Jahren hätte ich mich vielleicht noch nicht alleine da rauf getraut. (lacht)

 

musikmarkt: Wie ist das jetzt definitionsmäßig. Siehst du dich als Einzelmitglied einer Band, als Musikprojekt oder doch als Solokünstlerin?
Vanessa Mai: Am besten ausgedrückt: Vanessa Mai ist Wolkenfrei. Mir war es wichtig, den Namen weiterzutragen, weil er einfach eine Geschichte hat. Er gehört zur Bandgeschichte und zu meiner Geschichte. Und mir gefällt der Name, der bleibt im Kopf. Natürlich ruft mich niemand "Wolkenfrei". (lacht) Ich stehe für Wolkenfrei, es ist also schon ein Soloprojekt. Ich konnte mich beim neuen Album viel mehr einbringen, auch was die Texte betrifft. Ich habe vor allem darauf geachtet, dass die Texte auch meine Sprache treffen, also die Art und Weise, wie ich mich ausdrücke.


musikmarkt: "Wolke 7" ist die erste Single, ein sehr eingängiger Song mit Hitpotential. Dein Lieblingssong auf der Platte?
Vanessa Mai: Da habe ich immer die gleiche Antwort drauf: Es gibt zu jeder Stimmung den richtigen Titel. (lacht) Besonders am Herzen liegen mir die beiden Balladen, weil das was neues war und ich mich da selbst auch neu entdecken konnte. Aber "Wolke 7" bringt Wolkenfrei natürlich total auf den Punkt, wie mans kennt. Für Live ist der Titel einfach großartig.


musikmarkt: "Wachgeküsst" ist sehr modern-poppig. Inwieweit konntest du dich in die Musik einbringen?
Vanessa Mai: Felix Gauder und sein ganzes Team sind in dem Bereich natürlich top. Deshalb bin ich da nicht ganz so stark involviert wie beispielsweise bei den Texten. Es ist eher so, dass ich neue Songs live spiele und dann sehe, wie der Titel ankommt. Dann kann ich auch nochmal anmerken, was man an dem Song etwa von der Stimmung her noch verbessern könnte, bevor er letztlich veröffentlicht wird. Ich bin übrigens kein Fan von der Frage: Was ist Schlager und was ist Pop?


musikmarkt: Trotzdem muss man sagen, dass Schlager boomt, vielleicht gerade deshalb, weil die Genregrenzen nicht mehr so eindeutig abzustecken sind. Viel mehr junge Leute hören wieder Schlager. Was, denkst du, ist der Grund, dass nach so langer Zeit, in der Schlager "uncool" war, diese Musik wieder ein besseres Image bekommt?
Vanessa Mai: Schlager ist wieder sexier geworden. Für mich ist diese Entwicklung natürlich super. Ich denke, das Album passt in diesen Zeitgeist momentan perfekt hinein.

 

musikmarkt: Und wie wurdest du selbst zum Schlagerfan? Du kommst mit deinen 23 Jahren eben aus dieser Kindheits- und Jugendgeneration, in der man Schlager-CDs nur mit Gummihandschuhen angefasst hat.
Vanessa Mai: Ich bin mit sechs, sieben Jahren mit meinem Papa schon als Kind auf der Bühne gestanden und habe da Schlagersongs gesungen, so in die Richtung "Er gehört zu mir" und Ähnliches. Klar, als Teenager bin ich dann eher in die englische Popmusik gegangen, Christina Aguilera, Alicia Keys und so weiter. Dann kam aber schon die Zeit, in der Andrea Berg und Helene Fischer große Aufmerksamkeit auf sich zogen. Und mit 20 wurde ich gefragt, ob ich Sängerin bei Wolkenfrei werden wollte. Ich habe den Draht zu Schlager also nie verloren.

 

musikmarkt: Du warst das Gesicht der Ariola-Kampagne "Mein Herz schlägt Schlager". Wie kam es dazu?
Vanessa Mai: Mein Management kam auf mich zu und meinte, die Plattenfirma will das mit mir machen, weil ich die Idee dahinter gut verkörpern würde. Ich habe mich natürlich riesig darüber gefreut und sofort zugesagt. Mit der Kampagne will Ariola zeigen, wie frisch und neu Schlager klingen kann, und dass der Wolkenfrei-Sound jetzt dafür stehen darf, ist eine große Ehre für mich.

 

musikmarkt: Dann bist du auch stolz darauf, sozusagen als Schlager-Botschafterin aufzutreten?
Vanessa Mai: Tatsächlich werde ich häufig gefragt, ob denn in meinem Freundeskreis jemand doof findet, dass ich mich so mit Schlager identifziere, aber das ist überhaupt nicht so. Das habe ich noch kein einziges Mal erfahren. Das zeigt eigentlich, dass die Zeit vorbei ist, in der Schlager uncool war und man Schlager heimlich hören musste. (lacht)

 

musikmarkt: Hörst du auch privat viel Schlager?
Vanessa Mai: Ich höre auch Schlager, aber nicht den ganzen Tag. (lacht)

 

musikmarkt: Sondern?
Vanessa Mai: Ich mag aktuell Taylor Swift sehr gerne, auch James Bay gefällt mir richtig gut. Aber ich bin da wirklich sehr offen, was meinen eigenen Musikgeschmack angeht. Ganz ehrlich: Ich finde es auch Hammer, was Rammstein auf der Bühne abziehen.

 

 

Autor: Michael Nützel
 
Quelle: Musikmarkt - 10.07.2015

 


 

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